Schwarmkomfort im Büro

Wenn Lichtgruppen intelligent miteinander kommunizieren

In vielen Gebäuden profitieren die Menschen bereits von Lichtsystemen mit der Steuerungstechnologie ESYLUX Light Control ELC. Ein Grund für deren Beliebtheit: Die Konfigurationsmöglichkeiten eröffnen ein breites Gestaltungsspektrum, um spezielle Kundenanforderungen zu erfüllen. Als nützlich erweist sich dabei auch, dass die Steuereinheiten miteinander kommunizieren können.

Nicht nur für Großraumbüros gilt: Je weitläufiger der Raum und je wechselhafter der Tageslichteinfall, desto mehr empfiehlt sich eine individuelle Lichtregelung in den unterschiedlichen Raumzonen.

»Gruppieren, Skalieren, Vernetzen: alles per Plug-and-play«

Ob zeitabhängige Steuerung, Szenensteuerung oder eine individuelle Licht­regelung in unterschiedlichen Raumzonen: Mit einem einfachen »Licht an, Licht aus« ist es bei der Beleuchtungsmodernisierung heute oft nicht mehr getan. Manchmal haben die Auftraggeber sehr präzise, manchmal eher vage Vorstellungen. In jedem Fall ist es jedoch ratsam, das Potenzial einer bestimmten Lösung gut zu kennen – wie zum Beispiel das der ELC-Lichtsysteme.

Lichtsysteme Immer sofort betriebsbereit

Vielen ESYLUX Kunden ist bereits bekannt, dass sich die Systeme in ihrer Grundausführung aus ELC-Steuereinheiten, ELC-Sensorik und ELC-Decken­leuchten zusammensetzen. Nur der SMARTDRIVER, die Steuereinheit, benötigt einen Anschluss an die 230 V-Netzspannung durch eine Elektro­fachkraft. Die Installation der Systeme erfolgt dann per Plug-and-play im Bereich der Sicherheitskleinspannung (SELV), und durch die smarten Werkseinstellungen sind sie ohne Programmieraufwand sofort betriebsbereit. Schnell geht es übrigens auch nach einem Stromausfall: Nach spätestens vier Sekunden scheint wieder das Licht!

Doch wie gestalte ich so etwas wie die angesprochene individuelle Licht­regelung in unterschiedlichen Raumzonen? Deren Vorteile für den Nutzer dürften auf der Hand liegen: Zum einen bedeutet es ein Mehr an Komfort, wenn die Beleuchtung auf den unterschiedlichen Tageslichteinfall automatisch reagiert und so in jeder Zone optimale Helligkeitsverhältnisse schafft. Zum anderen ist eine raumzonenabhängige Regelung auch energieeffizienter, da das Kunstlicht dann überall nur so hoch geregelt wird wie nötig.

Gruppen bilden per Plug-and-play

Um zu verstehen, wie sich dies mit den ELC-Lichtsystemen realisieren lässt, muss man zunächst wissen, wie das Bilden und Skalieren von Gruppen funktioniert. Denn in jeder Raumzone wird am Ende eine Gruppe benötigt, die in ihrem Bereich das Licht selbstständig regelt. Das Bilden einer Gruppe ist denkbar einfach: Die kleinstmögliche besteht aus einem Sensor, einer Steuereinheit und der an diese angeschlossenen Hauptbeleuchtung. Alles läuft also per Plug-and-play.

Das gilt auch für das Skalieren einer Gruppe. Dieses erfolgt über den sogenannten C0-Bus und damit über eine von zwei Möglichkeiten, die Steuereinheiten des Systems miteinander zu verbinden. Eine Skalierung über C0 ist dann sinnvoll, wenn in einem Raum mehr Leuchten gebraucht werden, als ein einzelnes Exemplar einer ELC-Steuereinheit es zulässt. Über die C0-Buchse wird diese per Gerätestecker einfach mit einer anderen Steuer­einheit verbunden, an die sich dann per RJ45-Steckverbindung weitere Leuchten anschließen lassen.

Mit dem C0-Bus und dem ELC-Bus bestehen zwei Möglichkeiten, die Steuereinheiten der ELC-Lichtsysteme miteinander zu verbinden. Über den C0-Bus werden Gruppen skaliert, über den ELC-Bus miteinander vernetzt. Das Beispiel links zeigt einen Raum mit zwei Zonen. In jeder Zone wurde eine Gruppe gebildet und skaliert. Die Verbindung der Gruppen über den ELC-Bus sorgt für eine intelligente Vernetzung beider Raumzonen.

Gruppen skalieren per C0-Bus

Doch eine Verbindung über den C0-Bus bietet noch mehr Vorteile als nur eine größere Leuchtenanzahl. Sie ermöglicht ein manuelles Übersteuern der gesamten Anlage mit denselben Tastern. Außerdem können pro Gruppe bis zu 10 Präsenzmelder angeschlossen werden, was den Erfassungsbereich der Anlage entsprechend erweitert. Wenn einer der Präsenzmelder innerhalb der Gruppe menschliche Anwesenheit erkennt, registrieren dies alle über C0 verbundenen Steuereinheiten – woraufhin sie die Leuchten auch in ihrem Bereich automatisch einschalten bzw. nicht ausschalten.

Ist eine Gruppe gebildet und gegebenenfalls skaliert worden, lässt sie sich per ESY-App und ESY-Pen bei Bedarf noch detaillierter konfigurieren. So können zum Beispiel die RJ45-Ausgänge der Steuereinheiten (und damit natürlich auch die daran angeschlossenen Leuchten) den bis zu vier Lichtkanälen des Systems zugeordnet werden. Über diese Lichtkanäle erfolgt sowohl die Grundkonfiguration für den Standardbetrieb als auch die Gestaltung individueller Szenen.

Der SMARTDRIVER, die ELC-Steuereinheit, ermöglicht ein einfaches Gruppieren, Skalieren und Vernetzen per Plug-and-play. So gelingt eine fehlerfreie Konfiguration ohne großen Zeitaufwand.

Intelligente Gruppenvernetzung per ELC-Bus

Auch die oben gestellte Aufgabe der individuellen Lichtregelung in unterschiedlichen Raumzonen scheint damit auf den ersten Blick gelöst. Denn wie erwähnt, braucht es dafür pro Raumzone eine Gruppe. Und da nun klar ist, wie sich eine solche bilden und skalieren lässt, liegt es nahe, Gruppen in allen passenden Zonen einfach unabhängig voneinander zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Doch halt: So umgesetzt, bestünde zwischen den einzelnen Gruppen ja noch keine Verbindung, was erneut ein gemeinsames manuelles Übersteuern ebenso verhindern würde wie eine gruppenübergreifende Kommunikation!

Hier kommt deshalb die zweite Möglichkeit ins Spiel, ELC-Steuereinheiten miteinander zu verbinden: der ELC-Bus. Während der C0-Bus dazu dient, Gruppen zu skalieren, ermöglicht es der ELC-Bus, diese Gruppen intelligent miteinander zu vernetzen. Auch dies erfolgt per Plug-and-play, genauer gesagt per RJ11-Steckverbindung. Anschließend regeln die Gruppen die Beleuchtung in ihren Zonen jeweils selbstständig und lassen sich dennoch mit denselben Tastern übersteuern. Auch ein gruppenübergreifendes Gestalten und Schalten von Szenen gelingt durch diese Konfiguration.

Abgedimmtes Orientierungslicht in nicht besetzten Raumzonen macht das Arbeiten im Großraumbüro angenehmer und schont die Augen nach Eintritt der Dämmerung.

Schwarmfunktion für mehr Komfort

Und dann ist da noch eine technische Besonderheit der ELC-Lichtsysteme, die erst durch die Kommunikation über den ELC-Bus möglich wird: Die Schwarmfunktion, deren Name auf die Schwarmintelligenz zurückgeht. Diese ist Gegenstand der Verhaltungsforschung bei Fischen, Vögeln und Insekten und beschreibt die Fähigkeit von Gruppen, durch gemeinsame Kommunikation intelligent zu interagieren. Die Schwarmfunktion bei den ELC-Lichtsystemen stellt dagegen den Menschen in den Mittelpunkt und erhöht dessen Komfort in Großraum- bzw. Mehrpersonenbüros.

Jeder, der schon einmal in einem solchen Büro gearbeitet hat, dürfte die Situation kennen. Immer wieder kommt es vor, dass der Raum nicht voll besetzt, manchmal sogar leer ist. Wenn dann die Beleuchtung um den eigenen Arbeitsplatz herum ausgeschaltet wird, befindet man sich schnell in einer isolierten Lichtinsel. Diesen Zustand findet kaum jemand angenehm, und je größer der Raum, desto einsamer wird es – erst recht gegen Feierabend, wenn es draußen schon dämmert.

Die intelligente Kommunikation zwischen den Lichtsystemgruppen über den ELC-Bus schafft durch die Schwarmfunktion mehr Komfort. Ist von den vier Zonen des Beispielraums nur noch eine besetzt, wird die Beleuchtung in den anderen drei auf Orientierungslicht gedimmt.

Vermeidung starker Lichtkontraste

Die Schwarmfunktion, die per Werkseinstellung automatisch aktiviert ist, verhindert dies. Wenn nur noch ein Arbeitsplatz oder nur noch wenige besetzt sind, bleibt durch diese Funktion in den nicht besetzten Bereichen ein abgedimmtes Orientierungslicht erhalten. Das macht das Weiterarbeiten deutlich angenehmer. Und augenschonender ist es auch. Denn durch das Orientierungslicht entstehen nach Eintritt der Dämmerung keine starken Lichtkontraste im Raum, die das menschliche Sehorgan ermüden könnten.

Leert sich das Büro nach Feierabend endgültig, tritt die kollektive Intelligenz der ELC-Lichtsysteme ein letztes Mal in Aktion. Durch die nun fehlende menschliche Anwesenheit setzt sich die Nachlaufzeit in Gang, bevor abschließend noch einmal das Orientierungslicht scheint. Erst dann macht auch das Lichtsystem Feierabend, indem es die gesamte Beleuchtung ausschaltet – und bis zum Beginn des nächsten Arbeitstages Energie und Geld spart.